Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule
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Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule, Staatliche Realschule Meitingen
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  "Ich muß gesteh'n, ich hab' sie nie gelernt,  

die Kunst, das Krumme krumm zu lassen!"

Dr. Max Josef Metzger

Ein stiller, bescheidener Mann saß vor 50 Jahren, am 17. April 1944, in seiner Zelle im Zuchthaus Brandenburg-Görden und wartete auf seinen Tod. Um 15.26 Uhr sollte seine Hinrichtung durch das Fallbeil sein:


MAX JOSEF METZGER


katholischer Priester, Gründer der ”Christkönigs - Gesellschaft”, Pazifist und Lebensreformer, Ökumeniker, Seelsorger einer neuen Zeit. Er war als Vertreter absoluter Gewaltlosigkeit kein aktiver Widerstandskämpfer, wohl aber ein geistiger Gegner von Rang.

 

Ein Memorandum zum politischen Aufbau Deutschlands in der Nachkriegszeit, das er nach Schweden schmuggeln wollte, wurde ihm zum Verhängnis. Schon im Juni 1943 wurde er verhaftet, im Oktober des gleichen Jahres von Freislers Volksgerichtshof als ”für alle Zeit ehrloser Volksverräter” zum Tode verurteilt.

"Als ich am Abend in meine Zelle kam,

habe ich mich hingekniet und habe Gott gedankt,

daß er mich so in die Jüngerschaft Christi hineingezogen hat,

und ihn gebeten, mir das starke Herz bis zuletzt zu bewahren."

Sein Leben

Dr. Max Josef Metzger, geb. 3.2.1887 in Schopfheim (Schwarzwald), gilt als ein großer geistiger Erneuerer der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Zeitlebens trieben ihn himmelsstürmende Ideen um. Er war ein maßgeblicher Wegbereiter für Frieden und Einheit in Europa und in der Kirche. Aus seinem umfangreichen Wirken ragen drei hohe Pfeiler heraus:

  
Bereits sein gläubiges Elternhaus lehrte den angehenden frommen Priester, dass das Christentum eine tätige Religion mit sozial - caritativer Ausrichtung ist. Als Student betreute er neben dem Studium verwahrloste Trinker und deren verelendete Familien. So folgte er 1915 einem Ruf nach Graz, um im “Kreuzbündnis abstinenter Katholiken“ mitzuarbeiten und ihn später selbst zu leiten.In der Absicht, dem “ sozialen Königtum Christi“ ein menschliches Antlitz zu verleihen, mitbegründete er den “Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz “: Christi Geist sollte in allen irdischen Lebensbereichen zur Herrschaft verholfen werden. Zur praktischen Durchsetzung seiner weitgespannten Pläne baute er das säkulare “Christkönigs-Institut“ mit heutigem Sitz in Meitingen auf. Ihm oblag auch die Betreuung der Trinkerheilstätte des St. Johannesheimes auf seinem Gelände.

 

Im Einsatz für den Weltfrieden und die Völkerverständigung fand Metzger sein zweites großes Betätigungsfeld. Als Feldgeistlicher im ersten Weltkrieg erlebte er die Sinnlosigkeit des gegenseitigen Abschlachtens und Hasses. Dieser blutige Völkermord ließ den jungen Metzger zu einem glühenden Pazifisten reifen und machte aus ihm einen Herold für Völkerverständigung und Weltfrieden. Bereits während des Theologiestudiums im weltoffenen Fribourg lernte er die kulturelle Vielfalt unter den ausländichen Kommilitonen schätzen. Hier wurde ihm Herz und Auge für den jeweiligen geistigen Reichtum und das Positive der anderen Völker geöffnet. In diesen Erfahrungen wurde ihm bewußt, wie verderblich blinder Nationalstolz sein kann und wie sehr er zu bekämpfen ist. In unzähligen Vorträgen, Aufsätzen, Streitgesprächen und Teilnahmen an internationalen Konferenzen trat er sodann mit aller Leidenschaft und unermüdlich für den Abbau des Hasses und für Verständigung und Versöhnung unter den sich bekriegenden Völkern Europas ein. Damit übernahm er die Rolle eines Vorreiters der europäischen Vereinigung. In Verkennung der Not ihrer Zeit und Metzgers Durchsetzungskraft und Stehvermögen sahen viele Zeitgenossen in ihm mehr einen realitätsfremden Utopisten und Schwärmer, ja Verräter der eigenen nationalen Sache als einen Reformer, der den Geist für eine neue Ära umzubrechen vermochte.

 

Ein mindestens ebenso wichtiges Anliegen war Metzger in seinem großen Entwurf vom “ Königtum Christi auf Erden “ die Befriedung und Zusammenführung der christlichen Konfessionen. Mit der Gründung der “Una Sancta “ - Bewegung mit vielen Gebets- und Arbeitskreisen allerorts in der ganzen Welt wurde er - oft zum Ärger der kath. Kirche selbst - zum entscheidenden Motor für Versöhnung und Einheit der christlichen Kirchen, einem Hauptthema des späteren II. Vatikanischen Konzils 1963 - 67. Großes Aufsehen rief ein Brief hervor, den Metzger bereits in seinen Kaplansjahren in dieser Herzensangelegenheit Jesu, “ dass alle eins seien “, an den damaligen Papst Benedikt XV. schrieb.

 

Im dritten Reich war die Christkönigsgesellschaft zunehmender Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt. Bruder Paulus, wie sich Metzger selbst nannte, wurde 1943 zum dritten Mal von der Gestapo in Berlin verhaftet, weil er für eine Exilregierung, die nach Hitlers Entmachtung die Regierungsgewalt übernehmen und den 2. Weltkrieg frühzeitig beenden sollte, eintrat. Unter Roland Feisler wurde er vom Volksgerichtshof als Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt und am 17. April 1944 durch das Fallbeil hingerichtet. Er starb als Blutzeuge für Frieden und Einheit.

Die tragische Rolle des Max Josef Metzger bestand darin, dass er politisch wie kirchlich ein kühner Vordenker war, der seiner Zeit weit vorauseilte und deshalb verkannt wurde und nicht die nötige Unterstützung von oben erhielt. Darin liegt aber gleichzeitig seine Bedeutung für die nachfolglich einsetzende Entwicklung der europäischen Einigung sowie der allmählichen ökumenischen Annäherung der christlichen Konfessionen: Bahnbrecher für neue Ideen und eine bessere Zeit zu sein.


1968 wurde Metzger exhumiert und seine Gebeine von Berlin nach Meitingen überführt, wo er seine letzte Ruhestätte fand.

 

Norbert Meitinger

"'Normal' zu sein gilt mir wie eine Schande!
Als Mensch 'genormt'. Der Ekel kommt mich an!
Mit eigenem Namen mich der Schöpfer nannte,
da er mich rief auf meines Lebens Bahn."

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